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Speedbordairline Werfenweng am 14. Mai 2011

Die Firma Biotech aus Bergheim bei Salzburg, ein führender Hersteller von Pellets- und Hackschnitzelheizungen organisiert nun schon seit 4 Jahren das Biotech Adventure Race Bordairline, ein Walk and Fly Bewerb, bei dem nur gehen und fliegen mit dem Gleitschirm erlaubt sind. Alle Teilnehmer starten ohne Richtungsvorgabe zur gleichen Zeit und versuchen innerhalb von 33 Stunden soweit wie möglich weg vom Startpunkt und wieder zurück zu kommen. Dieses Jahr sind auch die Red Bull X-Alps Athleten vom Biotech Team
Heli Eichholzer, Paul Guschlbauer und der Schweizer Chrigel Maurer mit dabei.
Am Wochenende fand der erste Speedbewerb statt - der Bewerb dauerte „nur“ 12 Stunden.
Um Punkt 08.00 Uhr in der Früh läutete die Startglocke und alle Teilnehmer machten sich eilig auf den Bischling, da die Wettervorhersage einen recht wechselhaften Tag mit baldigem Regen voraussagte. Der erste am Startplatz war Thomas Hofbauer, gefolgt von Hans Abl und Heli Eichholzer. Bis auf Felix Bellinghausen, der einige Umwege machte, konnten alle Teilnehmer den Bischling noch vor dem einsetzenden Regen fliegend verlassen.
Die meisten Athleten entschieden sich für Richtung Ost (Dachstein, Ramsau, Filzmoos) wie sich im Nachhinein als richtig erwies und der Rest flog Richtung Bischofshofen und St. Johann im Pongau.
Nach dem ersten Gleitflug mussten die Athleten die weitere Strecke im Regen zu Fuß bewältigen, bevor sich um ca. 16.00 Uhr der Himmel unerwartet lichtete und die Sonne bis zum Bewerbsende um 20.00 Uhr der Begleiter der Teilnehmer blieb. Via Livetracking konnten die Zuseher und auch die Fans von zu Hause aus das Geschehen verfolgen und es wurde schnell klar, dass sich dieser Speedbewerb zu einem äußerst spannenden Race entwickeln würde. Die Teilnehmer waren noch recht weit vom Ziel entfernt, doch die Uhr lief weiter! Es war noch nicht sicher, ob es alle Teilnehmer rechtzeitig ins Ziel schaffen würden. Da es das Flugwetter nicht erlaubte weite Strecken in der Luft zurückzulegen, lag das Teilnehmerfeld recht knapp beieinander. Bis 18.00 Uhr konnten schon Martin Kössner, Felix Bellinghausen und Jochen Vorderegger mit seinem Tandempassagier Hannes Pflegpeter die Zielglocke läuten. Aber danach wurde es richtig spannend: die Favoriten lagen alle knapp beieinander und es war immer noch nicht ganz sicher, ob sie es in der Zeit schaffen würden, und dann ging es Knall auf Fall: nach der Reihe kamen die Piloten ins Ziel! Die Piloten die Richtung Bischofshofen gegangen waren, kamen zu Fuß, wie Clemens van Soest, Gerald Gold und die Paarhammers, sowie Hermann Stimitzer, der noch einige Höhenmeter mehr machte, um anschließend fliegend ins Ziel zu gelangen. Alle anderen hatten noch den Aufstieg auf den Bischling vor ihnen, bevor sich einer nach dem anderen sich ins Tal schwang. Die Zuschauer waren begeistert von den Leistungen die ihnen die Piloten boten, es waren bis zu vier Piloten in den Lüften, die sich dann auch noch akrobatisch dem Ziel näherten.
Nach und nach kamen Robert Heim, Martin Gruber, Stefan Wiebel, Martin Graf, Rupert Stadler, Hans Abl, Christian Grohs, und der Tandempilot Chris Reinegger mit seinem Passagier Geri Lindner ins Ziel. Und dann wurde es spannend, am Livetracking konnten wir erkennen, dass sich als nächstes die Favoritengruppe um Chrigel Maurer, Paul Guschlbauer, Max Mittmann und Thomas Hofbauer in die Lüfte schwingen würde und sie taten dies mit einem herrlichen Formationsflug. Und dann fehlte nur noch eine Person: die erste Teilnehmerin der Bordairline Serie, Karin Limbach, machte es noch einmal so richtig spannend, sie startete um 7 Minuten vor acht und wurde mit tosendem Applaus und Anfeuern der Zuseher noch um 2 Minuten vor acht durch den Biotech Zielbogen begleitet. Alle Teilnehmer kamen müde, aber unversehrt ins Ziel. Bis dahin war noch nicht klar, wer den weitesten Wendepunkt gesetzt hatte: mit einer unglaublichen Strecke von 58,43 km zu Fuß und einer Flugstrecke von 13,75 km konnte Thomas Hofbauer den Bewerb für sich entscheiden. Er gewann vor Max Mittamnn (56,81 km zu Fuß, 15,18 km in der Luft) und dem Vorjahrssieger Chrigel Maurer (52,3 km zu Fuß und 17,22 km in der Luft). Wir gratulieren dem Sieger, Thomas Hofbauer, der schon vor einem Jahr seine beachtliche Form beim Bordairline Lungau aufzeigte und bedanken uns bei allen Athleten für einen weiteren aufregenden Bordairlinebewerb!
Thomas Hofbauer – sein Weg zum Sieg
Ich war im Vorfeld schon mal 2 Tage da, um mir mögliche Routen, Straßenverläufe und Startplätze anzuschauen. Nach einigen weiteren Abenden am Computer und beim Kartenstudium habe ich für mich die Nord und die Südroute (CTR Salzburg, blöd zu laufen, keine optimalen Startplätze) schon mal ausgeschlossen. Übrig geblieben sind dann je nach Wetter und Wind entweder die Route Richtung Zell am See oder Richtung Ost zum Dachstein.
Kam dann am Freitag am späteren Nachmittag mit meinen beiden Supportern (Nelly: meine Freundin, selbst Fliegerin und mein „alterbewerter“ Supporter Hubi) in Werfenweng an. Nach dem Briefing und nochmaligem Wetterstudium habe ich mich dann schon am Freitagabend für die Ostvariante entschieden.
Am Samstag nach dem ausfassen von Datenlogger und nochmaligem Wetterbriefing und eigenem Wettercheck wurde dann um 8.00 Uhr pünktlich gestartet. Nachdem Alptherm die Prognose für den Renntag in der früh ein bisschen nach unten revidiert hat, und mit fast keiner Thermik bzw. schon um 11.00 Uhr mit ersten Regenschauern zu rechnen sein sollte, war meine Strategie schnell rauf auf den ersten Berg (Bischling) - war dann auch der erste am Startplatz Bischling Ost kurz nach mir Hans Abl und Heli Eichholzer. Nelly, meine Supporterin, hat mich dort auch schon mit trocken Sachen Getränken usw. erwartet und mir bei den Startvorbereitungen geholfen. Der erste Start erfolgte planmäßig um 9.15 Uhr; die ersten Flugkilometer holte ich mir bei der Talquerung zum Frommerkogel, wo ich ca. 200 Höhenmeter unter dem grad auf einer steilen Lichtung einlandete. Dannt ging es mit gerafftem Schirm erst mal hoch auf den nächsten Startberg. In der Zwischenzeit ist auch Hans Abl meiner Spur gefolgt und zwischengelandet. Während ich mich den steilen mit Wurzel und Gestrüpp bewachsenen Hang hoch kämpfte starteten auch Heli Eichholzer und Chrigel Maurer, die sich die 200 Höhenmeter Aufstieg aufgrund der immensen Gleitleistung ihrer Wettkampfsicheln ersparen konnten. Oben angelangt am Südgrat des Frommerkogels fragte ich mich nochmals ob sich meine Gleitstrecke bis nach Eben, die ich am Papier ausgemessen hatte, wohl ausgehen würde. Aber da ich von dem mir selbst auferlegten Zeitplan nicht abweichen wollte, konnte ich mir darüber nicht mehr viele Gedanken machen und startete Richtung Eben. Nachdem meine Spur ziemlich gut getragen hatte, konnte ich Eben sogar überfliegen und mit Rückenwind ins Tal Richtung Filzmoos einfliegen. Dadurch war ich fast 1 Stunde unter meinem Soll, die wollte ich nutzen, um meinen angepeilten Wendepunkt, der bis jetzt kurz nach Filzmoos gelegen hätte, noch weiter nach westen Richtung Ramsau am Dachstein zu schieben. Nachdem mein Schirm gepackt war, ging es um 10.10 Uhr im Laufschritt weiter nach Filzmoos, inzwischen erfuhr ich von Hubi, dass mein Supporterteam noch einige Zeit zu mir brauchen würde, da Nelly noch bei meinem Freund Cristian Grohs am Bischling war. Die Straße Richtung Filzmoos konnte ich obwohl leicht bergauf in einem schnitt von 9 km/h bewältigen!
Mein nächstes Zwischenziel Filzmoos erreichte ich im Regen, der mittlerweile fast planmäßig (zumindest lt. Vorhersage) eingesetzt hatte. Als nächstes wäre der Aufstieg auf den Rötelstein und der Flug Richtung Ramsau geplant gewesen, mein Supporterteam und ich kam nach einigen Telefonaten und einem Check im Internet aber zum Schluss, dass das Risiko oben bei Regen dann doch nicht starten zu können und wieder absteigen zu müssen, zu groß ist. Daher weiter zu Fuß Richtung Ramsau, mein Supporterteam fuhr inzwischen zurück nach Eben, wo sich Christian und Hans aufhielten. Kurz vor Ramsau holte mich mein Betreuerteam wieder ein und versorgte mich mit Infos und Verpflegung. Kurz vor Ramsau auf einer Anhöhe überlegten wir den Wendepunkt zu setzen, aber einer inneren Eingebung folgend, entschloss ich mich dann doch noch bis Ramsau Ortsmitte zu laufen und erst da umzudrehen (dass das goldrichtig war, sollte sich am Ende des Tages herausstellen) um 12.43 ging es wieder zurück Richtung Werfenweng. An meinem persönlichem Wendepunkt konnte ich jetzt nichts mehr ändern, jetzt konnte ich mich den zwei nächsten Aufgaben stellen: 1. brauchte ich um die 20% Fluganteil-Regel zu erfüllen noch 3,2 Flugkilometer und 2. musste ich rechtzeitig um 20.00 im Ziel sein, um die 20 % Heimkehrerbonus zu kassieren - beides war zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz so sicher. Als ich mir darüber während des Laufens so meine Gedanken machte, kamen mir zu allem Überfluss noch Chrigel Mauerer, Paul Guschlbauer und Max Mittmann (Freund von Chrigel) fliegend entgegen.
Meine Supporter erkundeten, während ich nach Filzmoss zurücklief, wo die 3 Burschen landeten bzw. ob sie ihre Boardairline noch weiter Richtung Osten verschieben würden. In Filzmoos wurde ich dann schon vom meinen beiden Supportern mit den neuesten Infos empfangen: der später Zweitplatzierte Max Mittmann hatte seinen Wendepunkt exakt 630 m vor meinem gesetzt – huuuu das war knapp. Mein nächstes Ziel war wie schon erwähnt die noch ausständigen Flugkilometer zu absolvieren. 1. Wahl war der Gerzkopf der eine nach Süden ausgerichtete Startmöglichkeit bot – nach einer Rechnerei kamen Nelly, Hubi und ich zum Schluss, dass sich das aber aufgrund der vielen zusätzlichen Höhenmeter und der verbleibenden Restzeit nicht mehr bis ins Ziel ausgehen würde. Ich erblickte dann auf dem Weg Richtung Eben 350 Höhenmeter über mir am Hang des Roßkopfes eine Stelle, wo man eventuell starten könnte, da das aber von der Strasse aus sehr schwer zu beurteilen war, bat ich Hubi mit raufzukommen um mir beim Start zu helfen. Oben angekommen entpuppte sich der „Startplatz“ als sehr steiler mit Gestrüpp und Holzstämmen übersäter Holzschlag. Der Start wäre da ohne Supporter vermutlich nur sehr schwer möglich gewesen- danke Hubi. Der Flug endete exakt 3,4 km weiter Richtung Eben auf einer „briefmarkengroßen“ Wiese – damit waren die restlichen Flugkilometer erledigt. Am Landeplatz wurde ich schon von meinem Schatz empfangen. Dann schnell den Schirm in den Rucksack und weiter Richtung Eben, Niedernfritz und Hüttau. Ab Hüttau ging es wieder in Begleitung von Hubi über Wanderwege über die Ostseite des Bischlings, rauf auf die Scharte, wo ich kurz vor 20.00 zu meinem letzten Gleitflug ins Ziel starten konnte, wo ich schon von Nelly erwartet wurde.
Danke ans Bordairline-Team, allen voran Petra Vorderegger für die super Organisation und an meine beiden Supporter Nelly und Hubi für die tolle Unterstützung und natürlich herzlichen Dank an meinen Sponsor, die BP Tankstelle Pölzlbauer in Weiz und Arnwiesen.

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